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Social Media – Chancen und Risiken für Menschen mit Beeinträchtigung

Zwei Personen stehen vor einem Gebäude mit rotem Element und einem DRK-Logo im Hintergrund. Sie halten jeweils ein Blatt Papier mit großen QR-Codes in die Kamera. Die linke Person trägt eine Brille, ein kariertes Hemd und eine braune Weste, die rechte Person trägt einen weiß-dunkelblau gestreiften Pullover. Beide lächeln und präsentieren die Ausdrucke frontal.DRK-Kreisverband Tecklenburger Land e.V.
v.l.n.r.: Leon Cresnar, Britta Eilers

Informationsveranstaltung für mehr Medienkompetenz bei Eltern

Erfahrungen mit der Negativseite von Social Media haben viele Menschen schon gemacht. „Sind diese Menschen ergänzend von einer geistigen Beeinträchtigung betroffen – bietet das Phänomen genug Anlass, um einen Infoabend für Eltern von Kindern mit geistiger Beeinträchtigung zu veranstalten“, findet Britta Eilers von der DRK-Kontaktstelle für Eltern und Angehörige.

Der Relevanz, einer solchen Veranstaltung waren aber Erfahrungen von Klientinnen und Klienten des DRK vorausgegangen. „Gegenüber jungen Menschen aus unseren Angeboten hat sich eine Person über Social Media als Popstar ausgegeben“, so Eilers. „Doch dabei bleibt es in der Regel beim Cybergrooming nicht. Nach und nach wird Vertrauen aufgebaut, sodass Opfer später in sexualisierte Gespräche verwickelt oder für entsprechende Handlungen missbraucht werden“, erklärt Leon Cresnar, Medienpädagoge an der Jugendbildungsstätte Tecklenburg (JuBi) und Mediencoach der Initiative Eltern und Medien, die in NRW Elternabende zu unterschiedlichen Themenfelder rund um soziale Medien und Computerspiele kostenlos ermöglicht.

Bei den Klient:innen des DRK wollte der Täter Geldzahlungen erwirken – was zum Glück nicht funktioniert hat.Für die Kontaktstelle unter der Leitung von Eilers stellte sich dennoch schnell die Frage, wie man diesem Problem adäquat begegnen kann und nahm daraufhin Kontakt zu Cresnar auf. Denn Cresnar kennt die Risiken und Chancen, besonders für die Zielgruppe der Menschen mit Beeinträchtigung. Er informiert regelmäßig u.a. an Förderschulen und schult dort Kinder, Jugendliche, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Eltern. 

Die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem DRK ist explizit für Eltern von Kindern mit geistiger Beeinträchtigung und findet am 04. Dezember im DRK-Mehrgenerationenhaus (An den Wiesen 39, 49477 Ibbenbüren) statt. In der Zeit von 18.00 bis 20.00 Uhr werden Eltern zu Cybergrooming und Schutzmaßnahmen, Medienverhalten in der Familie, Datenschutz und Privatsphäre, Fake News und Manipulation sowie Digitale Teilhabe und Barrierefreiheit informiert. „Neben den Informationen können Eltern auch mit Beispielen aus der Praxis rechnen und ihre offenen Fragen an den Experten richten“, so Eilers. Und Cresnar ergänzt: „Eltern lernen an diesem Abend, wo die Chancen und Risken von Social Media liegen. Parallel erkunden sie die digitale Lebenswelt und können ihre Kinder zukünftig besser begleiten und im Endeffekt vor Gefahren schützen.“

Zur besseren Planung der Veranstaltung sollen sich Interessierte vorab per Mail über britta.eilers(at)drk-te(dot)de oder telefonisch unter 05451-5902-65 anmelden

DRK-Beratungsstelle für Eltern und Angehörige:

Das DRK hat im Jahr 2024 eine Kontaktstelle aufgebaut, die für Eltern und Angehörige von Menschen mit Beeinträchtigung eine Unterstützung anbietet. Das Projekt zielt darauf, die Autonomieprozesse von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu fördern. Die Familien werden auf dem Weg der Verselbstständigung ihrer erwachsenen Kinder unterstützt. Die Beratungsstelle ist durch die Aktion Mensch gefördert/finanziert.