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Lernen trotz Ferien

Zwei junge Frauen sitzen nebeneinander, tragen schwarze Hoodies und formen mit behandschuhten Händen gemeinsam ein Herz. Sie blicken in die Kamera, im Hintergrund sind weitere Teilnehmende eines Workshops zu sehen.DRK Kreisverband Tecklenburger Land e.V.

Schulsanitäter:innen bilden sich zu Erste Hilfe fort

Drei Tage Unterricht liegen am vergangenen Freitagnachmittag hinter den rund 20 Jugendlichen, die ihr Wissen im Bereich Erste Hilfe vertieften. Das Ungewöhnliche daran – es sind die letzten Tage der Herbstferien. Für die 14-jährige Rozhab ist das nichts Ungewöhnliches, denn sie findet: „Bildung geht vor Freizeit.“ Ähnlich sehen es die anderen Teilnehmer:innen des Kurses, welche in den letzten Tagen ihr theoretisches Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten erweitern konnten.

Angetrieben werden sie dabei von unterschiedlichen Gründen. Rozhab, Marie und Milou, Schülerinnen vom Hannah-Arendt-Gymnasium aus Lengerich sind sich einig: „Im Grunde kann jederzeit und überall etwas passieren und dann möchten wir Freunden, Familie, aber auch Fremden auf der Straße helfen können.“ Alle drei engagieren sich bereits als Schulsanitäter:innen an ihrer Schule.Luca,17 Jahre von der Freien Schule Tecklenburger Land, nutzt den Lehrgang, um sein Wissen zu erweitern, weil er schon ganz konkrete Pläne hat: „Ich bin bei der DLRG und bilde mich für den Wasserrettungsdienst an der Küste fort. Außerdem möchte ich Notfallsanitäter werden und konnte in diesen drei Tagen vieles dazu lernen u.a. wie ich einen Patienten mit Halskrause stabilisiere.“ Luca weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es stetiger Übung bedarf, um im Notfall richtig zu helfen: „Wenn dann tatsächlich die erste Reanimation im realen Leben ansteht, muss man sich schnell aus dem eigenen Schock lösen und das gelernte Wissen abrufen.“

Den Rahmen für viel Übung bot der Kurs, indem von Verbänden, Prüfen von Vitalzeichen, Umgang mit dem Beatmungsbeutel, Reanimation mit dem Defibrillator, Schock und Schockarten inklusive der Lagerung u.v.m. vermittelt wurde. Besonders spannend empfanden die Schüler:innen den Einblick in einen Rettungswagen (RTW). 

Sanitätsdienstausbilderin und Leiterin des Kurses Katharina Lammerskitten rechnet den Jugendlichen ihr Engagement in den Herbstferien hoch an: „Es ist schön zu sehen, wie viel den Jugendlichen an der Ersten Hilfe liegt. Das merkt man als Ausbilderin auch an den vielen Fragen, die zeigen, dass die Jugendlichen es in der Praxis richtig machen wollen.“

 

Zum Schulsanitätsdienst: 

Schüler:innen, die in Erster Hilfe ausgebildet sind, stellen die Erstversorgung von Mitschüler:innen im Falle von Unfällen, Verletzungen oder Krankheit sicher. Alle Schüler:innen ab der 5. Klasse können beim SSD mitmachen. Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs. Die Ausbildung der SSDler wird vom DRK übernommen. 

Aktuell gibt es 15 Schulen mit 197 aktiven Schulsanitäter:innen, die vom DRK bei der Umsetzung des SSD unterstützt werden. Der Schulsanitätsdienst wird als freiwillige AG oder als Wahlpflichtfach, betreut durch eine Lehrkraft oder eine andere hauptamtliche Kraft, an der Schule durchgeführt. In regelmäßigen Treffen vertiefen und erweitern die Schulsanitäter:innen ihre Kenntnisse in der Ersten Hilfe und der Unfallverhütung, klären organisatorische Fragen und warten den Sanitätsraum und das Sanitätsmaterial.