Eine Marte-Meo-Masterchlass besuchten vor Kurzem die Pädagoginnen Judith Neuhaus, Nicole Neuwald und Nicole Richter der DRK-Kita „Die kleinen Strolche“. Vorausgegangen sind dieser Fortbildung viele Jahre der praktischen Anwendung im Kita-Alltag und zahlreiche Seminare, welche sie inzwischen als Marte-Meo-Therapeut:innen und Kolleg:innentrainer:innen auszeichnet.
Die drei langjährigen Mitarbeiter:innen der Kita sind überzeugte Anwender:innen der Marte-Meo-Methode und schulen inzwischen auch neue Mitarbeiter:innen. Dementsprechend schnell wird deutlich, dass Marte Meo als Methode die ganze Einrichtung prägt - und das hat Gründe. Marte Meo gilt als entwicklungsunterstützende Methode und wurde von der Niederländerin Maria Aarts entwickelt. Die inzwischen weltweit verbreitete Lehre wird seit 2004 in der Einrichtung in Ladbergen eingesetzt und prägt das pädagogische Handeln. Richter erklärt: „Unscheinbare Veränderungen in der Kommunikation, wie das Ersetzen des Wortes „musst“ durch „darfst“, spiegelt den Ansatz sehr gut wider. Wir geben dem Kind in seinen Handlungen damit Wahlmöglichkeiten und das Kind setzt dann „aus eigener Kraft“ (lat.: Marte Meo) eine Handlung.“
Barbara Huhn, Kita-Leitung erklärt die Arbeit mit der Methode am Beispiel: „Haben wir beispielsweise ein Kind in der Einrichtung, welches auf den ersten Blick keinen Kontakt zu anderen Kindern aufnimmt, ist es unsere Aufgabe das Kind in unterschiedlichen Situationen zu beobachten. Bei genauerem Hinsehen fällt nun auf, dass das Kind eine Kontaktaufnahme versucht – diese aber eher ungestüm ist und nicht zu einer gelingenden Kontaktaufnahme führt. Anknüpfend an dieser Beobachtung können wir dem Kind nun Handlungsalternativen anbieten, sodass es Schritt für Schritt lernen darf, wie Kontakt mit anderen Kindern gelingen kann.“ Um das Verhalten eines einzelnen Kindes oder auch Interaktionen zwischen Kindern sichtbar zu machen, wird das Verhalten beobachtet und im Anschluss analysiert.
Durch die kontinuierliche Anwendung von Marte Meo konnten über die Jahrzehnte schon viele wichtige Entwicklungsimpulse durch die Pädagog:innen angeregt werden. Aber nicht nur die Pädagog:innen unterstützen die Entwicklung des Kindes, auch Eltern werden aktiv eingebunden: „Anhand der Beobachtungen können wir den Eltern entwickelte Fähigkeiten der Kinder verdeutlichen oder Möglichkeiten der Entwicklungsunterstützung aufzeigen.“ Das heißt auch Eltern unterstützen aktiv die Entwicklung ihres Kindes und erleben, wie sich die Fähigkeiten ihrer Kinder verändern. Das Wiederum schafft Motivation und fördert das Eltern Schritt für Schritt zu Expert:innen für ihr eigenes Kind werden.
Neben den positiven Effekten auf Kinder und Eltern sei Marte Meo ein regelrechter „Burnout-Fresser“ für Fachkräfte, so Richter und erklärt: „Durch den ressourcenorientierten Blick auf den Entwicklungsstand des Kindes reduzieren sich auf Seiten der Pädagog:innen die Gefühle von Überforderung. Der Umgang mit herausfordernden Situationen durch eine veränderte Bewertung verringert den Stress und fördert nachhaltig die Motivation.“
Insgesamt, so könne man feststellen und in der Einrichtung täglich erleben, habe sich die Methode stark auf das Miteinander ausgewirkt, weiß Richter zu berichten: „Wir leben in der Einrichtung einen wertschätzenden Umgang miteinander und das wird uns auch von den Eltern gespiegelt.“
Hinweis: Marte Meo ist eine Methode, die nicht nur Kitas, sondern auch in anderen Bereichen eingesetzt wird.

