Der kleine Adventsbasar, der Interessierte, Eltern, Freunde und Bekannte in das Landrat-Belli-Haus des DRK nach Hörstel-Ostenwalde lockte, ist seit Jahren ein Highlight in der Vorweihnachtszeit. Das sehen die Mieter:innen der Wohngemeinschaften für Menschen mit Beeinträchtigung genauso wie ihre Betreuer:innen und deren Angehörige.
Johannes beispielsweise ist Mieter in der Wohngemeinschaft Ankerpunkt in Hopsten und freut sich jedes Jahr aufs Neue auf den Adventsbasar: „Ich bin zum dritten Mal dabei und mich macht das richtig glücklich.“ Aber auch Hendrik, Sebastian und Désirée, die heute für den Verkauf von Punsch und Kuchen verantwortlich waren, fiebern jedes Jahr dem vorweihnachtlichen Event entgegen. Denn neben der Verköstigung wird den Besucher:innen auch Selbstgemachtes geboten, welches in wochenlanger Arbeit entstanden ist, verrät Mieter:in der Wohngemeinschaft „Ankerpunkt“ Hannah: „Wir basteln schon lange Zeit für den Basar und haben Selbstgemachtes aus Holz und Gips zu verkaufen.“ Besonders positiv stimmt Hannah aber heute die vielen netten Leute. Hannah, die auf dem Basar für den Verkauf eingeteilt ist, wird von ihrer Betreuerin Sabrina unterstützt: „Unsere Klienten übernehmen den Verkauf der Artikel sehr selbstständig. Ich springe nur ein, wenn Hanna eine Rückfrage hat oder der Andrang zweitweise zu groß für eine Person wird.“
Bezahlt wird aber nicht in Euros, sondern in Wertmarken, erklärt Enrica Herbig, welche in Zusammenarbeit mit Tanja Rakers das Ambulant unterstützte Wohnen (AuW) für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen leitet: „Unsere Mieter:innen können wenig mit dem Wert des Geldes anfangen. Wertmarken einzusetzen, vereinfacht für sie den Prozess.“ Viele der selbstgemachten Artikel, wie Figuren aus Gips oder Weihnachtsmänner aus Birkenholz, sind für wenige Wertmarken zu kaufen. Aber auch der Wert wurde von den Mieter:innen bestimmt: „Im Austausch untereinander haben die Mieter:innen bestimmt wie hoch der Preis sein muss. Mit eingeflossen sind auch die Zeit und der Aufwand bei der Erstellung sowie verwendete Materialien“, berichtet Rakers.

